Albumrezension Danger Days: The True Lives of the fabulous Killjoys von My Chemical Romance

8. Dezember 2010 | Von Matze | Kategorie: Super 8 & Vinyl

(c) Ernst Rose/pixelio, www.pixelio.de

… Die Roman-Band …

Wie bin ich auf das Album gekommen? Tja – ein Musiksender hat Schuld… Vor einiger Zeit befasste ich mich gerade mit meinem Notebook und hatte nebenher noch den TV laufen. Und plötzlich geschah es: Ein echt gutes Lied lief. Kurz hab ich überlegt, ob ich die Band am Sound erkenne – nein. Also wagte ich, meinen Blick vom Notebook zu lösen und in die Weiten der LED-Bespaßungsleinwand zu blicken. Und was ich da sah erschütterte mich zutiefst: Der Song Na Na Na (Na Na Na Na Na Na Na Na Na) wurde von My Chemical Romance performed. Ich muss zugeben, dass ich den Namen der Gruppe schon öfter gehört hatte, aber aus (nunmehr) unerfindlichen Gründen eher in den Elektronikbereich eingeordnet hatte.

Wer ist also My Chemical Romance? Die Alternativ-Rockmusik produzierende Band gibt es seit 2001 und hat mit Danger Days: (…) mittlerweile ihr viertes Album auf den Markt geschmissen. Laut Wiki haben sich die Gründer beim Bandnamen vom Roman „Ecstasy“ von Irvine Welsh inspirieren lassen.

Seit 2009 konnten Fans auf der offiziellen Homepage bei der Entstehung von Danger Days sozusagen „live“ mit dabei sein. Bei der Platte handelt es sich um ein Konzeptalbum mit dem Themenschwerpunkt: Kalifornien 2019. Insgesamt hat die Band 15 Tracks zu ihrem Gesamtwerk zusammengefügt. Zieht man Intro und zwei Fill-Ins ab, bleiben noch 12 Songs über. Okay – so viel zur grauen Theorie. Jetzt zum Hörerlebnis.

Schon gleich der erste Song – Na Na Na (Na Na Na Na Na Na Na Na Na) – ist ein kleines Silvesterfeuerwerk: Neben den brillant umgesetzten bunten Ideen springt einem die gute Laune sozusagen im Kamikaze-Style mit nacktem Rektum direkt ins Vultus – und man findet es super. Noch bevor man weiß, was eigentlich los ist, hat die Band einen schon mit ihrer guten Laune angesteckt. Und so geht es auch weiter: Party Poisen (mit verrückter Japanerin am Mikro), Destroya, Vampire Money und Planetary (GO!) sind genauso durchgeknallt – diese Songs muss man einfach lieben! Bulletproof Heart, Sing und S/C/A/R/E/C/R/O/W sind nicht ganz so schnelle Tracks – sofern man einen Energie Drink als Einschlafmittel ansieht. The Only Hope for Me Is You, Summertime und The Kids from Yesterday sind etwas gefühlvoller, schaffen es aber trotzdem, Tempo, gute Laune und Partystimmung weiter zu transportieren. Die Melodien sind richtig eingängig und wirklich gut gelungen. Es gibt keine Längen in den Tracks und auch nach einer Woche Dauerbeschallung sind sie nicht langweilig geworden. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass man bei jedem Song förmlich den Spaß der Band heraushören kann, den sie bei den Liedern haben.

Danger Days: The True Lives of the fabulous Killjoys ist ein wirklich, wirklich gut gelungenes Album – auch wenn ich das Konzept bislang noch nicht herausgehört habe – und macht einfach immer wieder Spaß, sich anzuhören. Danger Days von My Chemical Romance bekommt deshalb (abzüglich des nicht ohne Tipp herauszuhörenden Konzepts) 9 von 10 Punkten.

In diesem Sinne: Na Na Na (Na Na Na Na Na Na Na Na Na)…

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