Albumrezension Out of Ashes von Dead by Sunrise

28. Oktober 2010 | Von Matze | Kategorie: Super 8 & Vinyl

(c) Ernst Rose/pixelio, www.pixelio.de

… Chester Bennington wandelt auf Solopfaden …

Richtig gelesen. Der Frontmann von Linkin Park hat zusammen mit der Band Julien-K die Gruppe Dead by Sunrise gegründet – und damit ist er ja auch nicht der erste. Denken wir nur mal an Mike Shinoda mit seinem Neben-Projekt Fort Minor. Aber zurück zu Dead by Sunrise: Chester Bennington hatte seinerzeit beim Schreiben von Songs schnell gemerkt, dass einige stilistisch nicht zu Linkin Park passen würden. Nichts desto trotz waren sie ihm zum wegschmeißen wohl einfach zu schade. Und so hatte er die “Bandpause” von Linkin Park genutzt, um seine Songs in der Schublade mit Dead by Sunrise zu realisieren – und das ist auch gut so.

Zwar ist das Album schon seit dem 13.10.2009 weltweit raus – aber viel hatte ich bislang noch nicht davon gehört (okay – noch gar nichts). Gestern, beim Stöbern nach neuer Musik, fiel mir dann aber die Band doch auf. Der Titel “Let Down” stach sofort aus der Musikmasse heraus – nicht zuletzt auch wegen der wandlungsreichen Stimme des Sängers (da wusste ich noch nicht, dass die zu Chester Bennington gehört). Also hab ich mir mal die Musik vom Debutalbum auf die Ohren gegeben und spätestens bei “Crawl Back In” gemerkt, dass mir die markante Stimme doch sehr bekannt vorkam.

Out of Ashes beinhaltet insgesamt 13 abwechslungsreiche Tracks, von denen die meisten zwar entfernt an die ersten beiden Linkin Park Alben “Hybrid Theory” und “Meteora” erinnern (wohl schon allein wegen der Stimme des Sängers), jedoch insgesamt ein völlig anderes, stilistisch reineres Rock-Hörgefühl erzeugen und auch eine andere emotionale Ebene erreichen. Dead by Sunrise verzichtet bewusst auf einen Hip-Hop-Part und setzt nur wenige elektronische Klänge ein. Augenmerk wird hier auf die typischen Rockkomponenten gelegt: Fetter Bass, klare Lead-Guitar, Stimme des Sängers – alles nur teilweise durch einen Synth oder gut dosierter Background-Sänger untermauert. Dadurch fühlt sich die Musik nicht ganz so breit an, wie man es von Linkin Park gewohnt ist. Das tut der Sache aber überhaupt keinen Abbruch! Denn wie schon gesagt wird hierdurch ein reineres Rockgefühl vermittelt. Bedient werden laut Wiki die Musikstile Alternative Rock, Hard Rock, Post Grunge und Synth-Rock.

Alles in allem kommen Rockfans mit “Out of Ashes” mehr als nur auf ihre Kosten. Wer sich das Album durchhört wird automatisch an die Anfänge von Linkin Park erinnert – auch wenn dieses Album schon deutlich erwachsener klingt als noch “Hybrid Theorie”. Zum Mitrocken empfehle ich die Tracks: Crawl Back In, Morning After, End of the World, Inside of Me und Condemned. Wirklich gefühlvoll wird´s bei: Walking in Circles und Into You. Die Songs: Fire, Too Late und Let Down gleichen die verschiedenen Stimmungen des Albums sehr gut aus.

Auch, wenn es langsam langweilig wird, dass ich jedem bisher rezensierten Album echt viele Punkte gegeben habe: Out of Ashes von Dead by Sunrise ist zurzeit in meinen persönlichen Top 5 angesiedelt und bekommt deshalb (nur) 9 von 10 Punkten von mir. (Nur) 9 Punkte deshalb, weil A Thousand Suns von Linkin Park doch noch einen feinen Hauch raffiniertere Musik raushaut.

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