Albumrezension Sunny Side Up von Paolo Nutini

5. November 2010 | Von Matze | Kategorie: Super 8 & Vinyl

(c) Ernst Rose/pixelio, www.pixelio.de

… schottisch/italienische Musik …

Paolo Nutini – bei dem Namen muss ich immer an den ersten Teil der Star Wars Saga denken; konkret an die Sequenz, an der C3PO und R2D2 von den Sandmännern gefangen genommen werden. Einer der putzigen kleinen Sandmännchen sagt irgendwann total aufgeregt: „Nutini, nutini!“ Wenn ihr´s nicht glaubt: Legt die DVD ein und überzeugt euch selbst!

Aber zurück zum eigentlichen Sinn dieses Artikels. Wer ist nun also Paolo Giovanni Nutini (außer dem Ausruf eines Sandmanns)? Er ist ein schottischer Sänger mit italienischen Wurzeln.  Erinnert sein Debutalbum „These Streets“ noch entfernt an Rock/ Pop, hat er sich mit „Sunny Side Up“ neu erfunden. Sein zweites Album hört sich deutlich mehr nach Swing und Blues an. Wiki spricht zwar vom Indie Rock – aber mal ganz ehrlich: “The Fratellis” ist Indie-Rock. Und die Musik von “The Fratellis” hat mit der von Paolo Nutini nun aber auch so absolut überhaupt gar nichts zu tun.

Aufmerksam auf „Sunny Side Up“ bin ich durch den Song „Pencil Full of Lead“ geworden – ein sehr swingiges rhythmisch sehr gut gelungenes  und für meine Auffassung sehr unkonventionelles Gute-Laune-Lied. Wenn man sich dann noch zu Gemüte führt, dass die absolut  hammermäßig wahnsinnige Stimme von Paolo Nutini die eines 23-jährigen Mannes ist, dann wirkt das gleich noch einmal doppelt. Also hab ich mir „Sunny Side Up“ mal durchgehört: Insgesamt warten 14 Songs darauf, die Gehörgänge zu beschallen. Dachte ich zunächst noch, dass „Sunny Side Up“ den tollen Sound und die gute Laune von „Pencil Full of Lead“ weiterführt, musste ich jedoch schnell merken, dass die meisten Songs sowas von depressiv und traurig sind, dass ich die nicht einmal zu Ende hören konnte.  Nur „Smoky Joe´s Café“ und „10/10“ sind noch Gute-Laune-Lieder, die im krassen Gegensatz zum Rest tatsächlich sogar richtig richtig gut sind. Die anderen 11 Tracks  – wie soll ich es mal sagen – sind die richtige Musik, um mit seinem Leben abzuschließen…

Die Quintessenz des Ganzen: „Sunny Side Up“ hat genau 3 Edelsteine im Repertoire, der Rest ist sozusagen musikalischer Klärschlamm – das Album selbst kann ich deshalb überhaupt nicht empfehlen.  Mehr noch: Wenn ihr es seht, schmeißt es so weit wie möglich von euch, reißt die Arme hoch und rennt laut schreiend und wild fuchtelnd davon!

Ich gebe „Sunny Side Up“ ganze 3 von 10 Punkten – für jeden guten Song einen.

Tags:

Schreibe einen Kommentar