Argentinische Meisterdenker

23. Juli 2010 | Von Matze | Kategorie: Krass!

(c) tokamuwi/pixelio, www.pixelio.de

… Knastologie Supreme …

Ich nehme mal das Ergebnis vorweg: 2 Gefangene sind ausgebrochen.

Also: Was ist passiert? Gefängnisausbruch? Jepp. Erfolgreich? Na klar! Warum? Wegen der genialen Meisterleistung eines argentinischen Masterminds. Genau wie in deutschen Breitengraden wird anscheinend auch da an allen Ecken und Kanten gespart. So auch beim ehemaligen unfreiwilligen Zuhause unserer Flüchtigen.

Was also tun, wenn es aus dem Geldhahn nur noch tropft und nicht mehr fließt? Tja – jetzt könnte man versuchen, Billigarbeiter einzusetzen, unbezahlte Überstunden anzuordnen, oder vielleicht den Schichtdienst effektiver einzuteilen.

Aber anscheinend wäre das für die Gefängnisleitung nicht effektiv genug gewesen.  Also haben die sich zusammengesetzt und einen kühnen Plan entwickelt… Was ist billiger als die Wachen zusammenzustreichen? Richtig! Gar keine Wachen. So – und das Problem mit den unbewachten Häftlingen haben die mal so richtig intellent gelöst: Die Wärter sind durch Puppen ersetzt worden! Ohne Scheiß. In der Begründung heißt es, dass die Puppen strategisch so aufgestellt worden waren, dass sie einen sichtbaren Schatten werfen. So sollten die Häftlinge glauben, bewacht zu werden.

Ist natürlich überhaupt nicht auffällig, wenn man keine Wärter, sondern nur die Schatten sieht – die sich ja auch überhaupt nicht bewegen (vor lauter Disziplin und Pflichtbewusstsein). Aber gut – wenn der Plazebo-Effekt bei OP´s wirkt, kann das ja auch bei der Knastbewachung klappen…

Jetzt stellt sich doch nur noch eine Frage: Wieso sind nur 2 Gefangene ausgebrochen? Waren die anderen zu doof? Waren die beiden die Fehlquote, sozusagen der Ausschuss der Produktion?

Wie auch immer – die Puppenidee an sich ist ja schon mal nicht schlecht – aber eben noch ein wenig verbesserungswürdig. Vielleicht sollte noch ein an ein Tonbandgerät gekoppelter Bewegungssensor eingebaut werden. Dann kann das Ganze möglicher Weise doch noch ein Exportschlager werden. Kann ich mir auch im geschlossenen Vollzug in Bottrop vorstellen. Da hallen dann Sprüche wie: “Big Knast is watching you” oder “Ihr seid bewacht, glaubt es ruhig” durch die von Häftlingen überquellenden Korridore.

Zumindest beweist Argentinien einen nie dagewesenen Einfallsreichtum. Danke an die Erfinder der Wachpuppen!

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