Australische Wissenschaftler erfinden Denkkappe

12. Februar 2011 | Von Matze | Kategorie: Neu

(c) Sabine Hornbostel/pixelio, www.pixelio.de

… Kreativität durch Stromschläge …

Was sich zunächst ziemlich merkwürdig anhört, wollen australische Wissenschaftler aber belegt haben – so welt.de. Durch die so genannte „thinking cap“ werden elektrische Schläge in den Kopf weitergeleitet, die die für das gesammelte Wissen zuständige linke Gehirnhälfte „lahm legen“. Dadurch könne die für die kreativen Denkansätze zuständige rechte Gehirnhälfte Problemstellungen unvoreingenommen – und somit effizienter – lösen. Und nachgewiesen haben das die australischen Forscher mit mathematischen Versuchen. Dabei hätten 3x mehr von Stromschlägen Gepeinigte Lösungen zur Problemstellung gefunden.

Okay – also wenn ich die Kreativität eines Menschen erproben will, hätte ich vielleicht nicht sofort an Versuche mathematischer Natur gedacht. In meinem ganzen Leben habe ich noch nicht erlebt, dass jemand beim Rechnen sagt: „Joa … 4+4=8 is so unkreativ, machen wir mal im Ergebnis 9 draus – sieht schöner aus und ist mal was anderes“. Und vielleicht täusche ich mich ja, aber ich glaube nicht, dass ein Computer schon einmal eine Erfindung beim Patentamt angemeldet hat…

Also ich persönlich bin absolut grottig in Mathe und kann trotzdem moderne Songs und klassische Musik komponieren – auch ohne Stromschocks. Und das liegt sicherlich auch nicht daran, dass meine linke Gehirnhälfte einen ausgedehnten Urlaub auf Mallorca verbringt. Wäre auch ein wenig merkwürdig, wenn ich meinen Wissensschatz ausschalten müsste um Neues zu erfinden oder ein Problem zu lösen. Wie soll ich denn ohne mein Wissen erkennen, dass ein Problem überhaupt besteht?

Mal als Beispiel: 4+5=?  … So, jetzt weiß jeder mit zumindest einem Abgangszeugnis der Grundschule, dass hier addiert werden soll. Aber wenn die linke Gehirnhälfte gerade noch von der Denkkappe frittiert wird – woher soll man denn dann noch wissen, was man da jetzt machen soll? Die Lösung könnte jetzt ja auch sein „45“ oder „de“ (4er und 5er Buchstabe des Alphabets) und ich schreibe hinter das Gleichzeichen meine E-Mailadresse. Vielleicht gehe ich aber auch in Deckung, weil ich eine Assoziation zu einer Pistole des Kalibers 45 ACP habe. Oder ich schreibe hin, wie alt ich in 45 Jahren sein werde, oder den Namen von jemandem, der gerade 45 Jahre alt geworden ist. Halt… das mache ich natürlich alles nicht. Denn das setzt voraus, dass ich Wissen nutze – was ich mit dem Stromschlägen ja angeblich nicht mache. Wahrscheinlich male ich also einfach ein Strichmännchen auf die Rückseite oder geh aus dem Raum und kauf mir ´ne Pizza.

Meiner Meinung nach kann Kreativität nur durch das Vorhandensein von Wissen entstehen. Wichtig ist nur, dass man seinen Horizont nicht einschränkt. Außerdem haben schon vor einigen Monaten Kollegen der australischen Wissenschaftler herausgefunden, dass Kreativität durch eine große Menge an Querverstrebungen zwischen den einzelnen Hirnarealen entsteht.

Vielleicht haben die Brutzel-Probanden die mathematischen Problemstellungen ja auch nur deshalb schneller gelöst, weil sie Angst vor dem nächsten Stromschlag hatten?    ;-)

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Ein Kommentar auf "Australische Wissenschaftler erfinden Denkkappe"

  1. Simon sagt:

    hört sich irgendwie ziemlich seltsam an, aber wenn es wirklich klappt dann ist es eine interessante Entdeckung.

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