Das Elektro-Auto

31. Oktober 2010 | Von Matze | Kategorie: Bunte Kiste

(c) Olaf Sachsenweger/pixelio, www.pixelio.de

… Zukunft oder Modeerscheinung? …

Wir leben im Zeitalter der Knappheit – sinkende Erdölreserven, unzureichende Energieproduktion, davonlaufende Zeit. Glaubt man den Beiträgen der digitalen und Printmedien der letzten Tage, hat der gute alte Verbrennungsmotor wohl bald ausgedient. Mal von den umweltunfreundlichen CO2-Werten und den grünen, gelben und roten Plaketten für Umweltzonen abgesehen, soll dem nämlich bald auch noch das Erdöl ausgehen.

Tja – dumm gelaufen. Aber zum Glück ist der Mensch intelligent, anpassungsfähig und kreativ.

Was hat das jetzt mit dem Elektroauto zu tun? Alles – denn ohne die Erdöl- und Zeitknappheit würde es keinen Grund geben, eine Alternative zum Verbrennungsmotor zu schaffen. Und ohne Intelligenz, Anpassungsfähigkeit und Kreativität hätte niemand die Problematik des schwindenden Rohstoffes erkannt und das Elektroauto erfunden – ebenso wenig die gasbetriebenen oder die Hybridmodelle.

Aber warum ist das Elektroauto jetzt in aller Munde? Schließlich gibt es Erdgas-, Autogas- und Hybridantriebe doch auch schon seit längerer Zeit im Echtbetrieb. Ganz einfach: Mit dem Elektroauto soll man gänzlich unabhängig vom Erdöl sein. Außerdem sei das auch besser für die Umwelt, denn der CO2-Wert liege erheblich unter denen eines normalen Verbrennungsmotors oder eines gas-oder hybridbetriebenen Autos – so die Verlautbarung eines nachmittäglichen T V-Magazins.

Erstmals ist es jetzt einem Auto gelungen, 600 km ohne aufzuladen zurückzulegen. Und am Ende der 7-stündigen Fahrt sei die Batterie noch immer zu 18% geladen gewesen, berichtet Zeit online. Jedoch soll ein Elektroauto im Durchschnitt gerade mal zwischen 80 und 120 km zurücklegen können. Danach muss es mit Schnelllader immerhin mindestens 2 Stunden lang aufgeladen werden.

Soviel zu den Berichten aus Fernsehen und Zeitungen. Nehmen wir das Ganze doch noch mal etwas genauer unter die Lupe:

1.       Reichweite: Auch wenn jetzt das erste Auto 600 km weit gekommen ist. Serienreif ist diese Innovation noch nicht. Derzeit kann man also davon ausgehen, dass man alle 100 km mindestens 2 Stunden eine „Zwangsladepause“ einlegen muss. Gerade in unserer schnelllebigen Zeit ist das nicht unbedingt ein Pluspunkt.

2.       Wie auch aus den Medien der letzten Tage zu entnehmen ist, wird zurzeit über die Verlängerung der Laufzeit der AKW´s diskutiert. Und warum? Weil der Energiebedarf gedeckt werden muss. Sicher gibt es Windkraft, Solarkraft, Wasserkraft, Energie aus Kohle, … aber das reicht eben alles nicht aus. Was vielleicht auch nicht jeder weiß: Es gibt eigens zur Energieeinsparung ein entsprechendes Gesetz und eine dazugehörige Verordnung, die von den Schornsteinfegern mit überwacht wird. Ist es da wirklich so eine tolle Idee, alle Autos in Deutschland – oder sogar auf der Welt – mit Strom fahren zu lassen? Wo nehmen wir den denn dann noch her?

3.       Strom wird auch durch Verbrennung erzeugt. Genau – durch Verbrennung von Erdöl. Führt das dann nicht schon wieder die Umweltfreundlichkeit der Elektroautos ad absurdum?

4.       Der Preis eines Elektroautos liegt zurzeit knapp zweimal so hoch wie der seines Otto-Normal-Bruders.

Bleibt also abzuwarten, wie uns die Zukunft elektrisieren wird…

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Ein Kommentar auf "Das Elektro-Auto"

  1. Matze sagt:

    Bin da selber kein Fachmann (auch, wenn mein Auto auf Gas fährt :-) ). Allerdings wird zwischen Autogas und Erdgas unterschieden. Beim Autogassystem wird – zumindest beim Umrüsten – das Reserverad zugunsten des Gastanks an die Luft gesetzt. Im Motorraum wird ein wenig mehr Technik eingebaut, sodass ein Modul dann steuert, wann man auf Benzin oder eben auf Autogas fährt. Das kann die Fahrerin oder der Fahrer von der Fahrgastzelle aus aber auch durch Knopfdruck selber bestimmen (obwohl ich bis heute noch keinen Nutzen darin gefunden habe, Autogas freiwillig abzustellen).

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