Der Mensch als Mittelpunkt des Universums

5. Januar 2011 | Von Matze | Kategorie: Bunte Kiste

(c) korneloni/pixelio, www.pixelio.de

… Warum sich die Sonne doch um die Erde dreht …

Auch wenn die katholische Kirche immerhin schon seit etwa 200 Jahren Bücher erlaubt, in denen die Sonne und nicht die Erde als Fixpunkt benannt wird, scheint die typische „Alles dreht sich nur um mich“-Haltung noch immer nicht ausgestorben zu sein. Erst gestern habe ich auf Welt Online zig Artikel gelesen, die sich mit Aliens und dem Sinn dahinter beschäftigen: Das neuseeländische Militär gibt die Ufo-Akten frei, über dem Kreml wird eine schwarze Pyramide gesichtet, Diskussionen zwischen Ufo-Anhängern und Ufo-Gegnern. Und was haben alle Äußerungen gemein? Sie gehen davon aus, dass der Mensch im Mittelpunkt steht…

Da gibt es also Menschen, die nicht glauben, dass es Aliens gibt – klar: Bei dem riesigen Universum um uns rum, das angeblich aus Zufall und aus dem Nichts in dieser Perfektion entstanden und nach etwa 13 Milliarden Jahren noch immer kein bisschen kaputt ist, gibt es natürlich nicht die geringste Möglichkeit, dass es irgendwo da draußen eine andere Sonne gibt, die unserer ähnelt und um die ein Planet mit Wasser- und Sauerstoffvorkommen kreiselt, der der Erde ähnlich ist. Und selbst wenn – natürlich ist da kein Leben entstanden – denn das geht nur hier. Weil wir wir sind und sonst keiner!  Und natürlich ist es absolut keine Platzverschwendung, dass nur wir in diesem stetig größer werdenden Universum von Milliarden Sternen und noch viel mehr Planeten leben.

Dann gibt es noch die, die an Aliens glauben und auch fest davon überzeugt sind, dass die Ufos hier tatsächlich auf der Erde oder in Erdnähe rumpesen. Klar: Die Aliens haben den ganzen Tag (oder wie auch immer das bei denen heißen mag) natürlich nichts besseres zu tun, als uns Menschen beim Duschen, durch die Fußgängerzone latschen, ein Knöllchen verpasst bekommen oder bei der Pediküre zu beobachten – ganz großes Kino. Natürlich sind das die megareichen Alientouris, die den monumentalen Menschen bestaunen wollen. Und natürlich geht man auch gleich davon aus, dass die Aliengesellschaft genauso aufgebaut ist wie unsere – schließlich ist unser Modell das einzig richtige!

Stellt sich nur die Frage, warum Aliens weiter fortgeschritten sein sollten als wir, warum sie sich für uns interessieren sollten und warum sie die ellenlange Reise auf sich nehmen sollten, um sich ihren neuesten Alien-Benz mit 120 Zoll Siliziumdüsen von irgend einem Typen völlig unscharf und verruckelt fotografieren zu lassen?

Aber insgeheim kennen wir doch alle die Antwort: Weil der Mensch nun mal der Mittelpunkt des Universums ist und sich die Sonne eben doch nur um die Erde dreht…

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Ein Kommentar auf "Der Mensch als Mittelpunkt des Universums"

  1. Simon sagt:

    Toll, das ist endlich mal ein interessanter Eintrag, vielen Dank. Muss man sich nochmal in Ruhe durchlesen. Generell finde ich diesen Blog gut zu lesen.

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