Die Vuvuzela

14. Juni 2010 | Von Matze | Kategorie: Aha-Effekt

(c) Angela Parszyk/pixelio, www.pixelio.de

… der Sound zur WM 2010 …

Die ersten Spieltage liegen hinter uns und schon beim Eröffnungsspiel Südafrika gegen Mexiko waren sie zu hören: Die Vuvuzelas. Naja gut – eigentlich auch schon vorher. Aber da war es eher noch der einzelne verhaltene Tröter. Seit dem Startschuss der WM ist der typische Klang nach einem aufgeregten Hornissenschwarm aber nicht mehr von den WM-Spielen wegzudenken – ein gefundenes Fressen für alle Fans, die schon taub sind oder es schnell werden wollen. Denn die Tröte kann eine Lautstärke von bis zu 131 db(A) erreichen – und ist damit ungefähr so laut wie ein startender Düsenjet.

Auch die Medien haben die Vuvuzelas lieb gewonnen – schließlich kann jetzt jeder über Sinn oder Unsinn dieser „Musikinstrumente“ philosophieren; die Industrie ruft zum Gegenschlag mit Vuvu-Stopps und freut sich gleich doppelt: Über die Vuvuzela-Käufer und über die Vuvu-Stopp-Käufer (was ja nicht immer unterschiedliche Personen sein müssen).

Aber was genau ist eigentlich eine Vuvuzela und warum gehören die Tröten zur WM 2010 so sehr dazu, wie Sahne zum Apfelstrudel?

Okay – fangen wir mal klein an: Bei dem Instrument des Anstoßes handelt es sich um ein trompetenförmiges, etwa einen Meter langes und entweder aus Kunststoff oder Blech bestehendes Blasinstrument. Eigentlich ist es für den Gebrauch in freier Natur bestimmt. Gut – jetzt könnte man auf die Idee kommen, nach guter alter logischer Schlussfolgerung zu sagen: Vuvuzelas sind also für den Gebrauch in freier Natur bestimmt und werden in Stadien genutzt. Ergo ist im Stadion die freie Natur. Sehr schön – Bitte einmal den Fotoapparat für die Nilpferde, Elefanten und Zebras rausholen, danke! Blöde bei dieser Betrachtungsweise ist bloß, dass sich in der freien Natur wohl keine 90.000 Menschen auf einer Länge von 150 m und einer Höhe von 35 m über- und nebeneinander stapeln während 22 Männer hinter einem bunt angemalten Ball hinterher rennen, nur um ihn sofort wieder los zu werden (wehe, jetzt kommt jemand mit dem Spruch: „Es kommt darauf an“…).

Vuvuzela bedeutet so viel wie „Krach machen“ – was auch schon ganz gut hinkommt. Wobei das wohl eher noch eine Verniedlichung ist. Aber gut – vielleicht lässt sich so ja gleich noch der nächste Markt erschließen. Neben den Tröten und den Vuvu-Stopps könnte der engelsgleiche Ohrenbalsam ja noch als Klingelton für´s Handy angeboten werden. Auf jeden Fall verpasst man so keines Falls eine SMS oder einen Anruf; besonders geeignet in Straßenbahnen, Zügen, Bussen, sowie bei Hochzeiten und Beerdigungen.

Und warum gehört die Vuvuzela jetzt nu also zur WM 2010 dazu? Ganz einfach: Sie soll den monotonen Klang eines Elefanten nachahmen (was meiner Meinung nach nur suboptimal gelungen ist). Die Tröte stellt aber schlicht und ergreifend ein Symbol des afrikanischen Fußballs dar. Und so werden wir wohl noch vom Hornissenschreien bis in den nächsten Monat hinein begleitet werden.

Also: Vuvu-Stopps in die Ohren und ordentlich in die Vuvuzela geprustet!



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