Filmkritik R.E.D. – Älter, Härter, Besser

4. November 2010 | Von Matze | Kategorie: Super 8 & Vinyl

(c) vivito/pixelio, www.pixelio.de

… Retired Extremely Dangerous …

R.E.D. – ein Film mit hochkarätiger, alternder Starbesetzung? Na dann schauen wir uns die doch mal an: Bruce Willis, Morgan Freeman, John Malkovich, Helen Mirren, … Ja – bei R.E.D. kann man schon von einer hochkarätigen Starbesetzung sprechen. Und älter sind die tatsächlich auch schon alle. Aber genau damit spielt der Film.

Der Streifen handelt von dem seit mehreren Jahren pensionierten Top-CIA-Agenten Frank Moses (Bruce Willis), dessen ganzer Lebensinhalt aus der Aufzucht einer Avocado und den Telefonaten mit der Rentenkassenangestellten Sarah besteht. Aber dieser langweilige Alltag hört auf, als eines Nachts ein Killerkommando in sein Haus einsteigt. Nach kurzer Mega-Schießerei, die das Gebäude in einen Emmentaler umfunktioniert, beginnt der rasante Teil der Story – vorher noch einen kurzen Abstecher zur Wohnung seiner Telefonbekanntschaft, deren Taschen packen, staubsaugen, wie ein Psycho rüberkommen, ein bissl knebeln und fesseln – und weiter kann es gehen.

Spätestens jetzt war klar, dass der Film nicht nur die typischen Actionsequenzen aus der Stirb Langsam Reihe beinhaltet, sondern auch einen sehr schrägen, aber dafür äußerst genialen und unterhaltsamen Humor.

Weiter ging´s: Die CIA setzt ihren Profi-Aufräumer auf Moses an. Währenddessen trifft der sich mit seinem alten Freund und Kollegen Joe (Morgan Freeman) und erfährt, dass die CIA nicht nur hinter ihm her ist. Nach einem kurzen Trip nach Chinatown finden er und Sarah eine Todesliste. Jetzt ist es an Moses, sein altes „Team“ wieder zusammen zu trommeln, mit Hilfe des russischen Geheimdienstes ins Hauptquartier der CIA einzubrechen und das Rätsel um die Todesliste zu lüften.

Die einzelnen Charaktere  sind sehr gut durchdacht aufeinander abgestimmt, sodass sie zu äußerst humorvollen und abstrusen Reibungen untereinander führen: Der hartnäckige und in Sarah verliebte Moses, die durchgeknallte Sarah, die es cool findet, dass die schlimmste Konsequenz der Tod ist und natürlich auch in Moses verliebt ist, den durch jahrelangen LSD-Konsum paranoiden und insgesamt ziemlich abgedrehten Marvin, der Bazookas in einem rosa Stoffschwein versteckt, der ausgeglichene Joe, dem es im Altersheim zu langweilig geworden ist und die Top-Scharfschützen-Killerin Victoria, die auch noch nach ihrer Pensionierung Aufträge annimmt.

Sensationell sind die Dialoge – vor allem die Situationskomik und die überraschenden Wendungen. Und natürlich macht sich auch deutlich bemerkbar, dass hier hochtalentierte und hochkarätige Schauspieler ihren Rollen glaubwürdig Leben einhauchen.  Auch sehr gut gefallen hat mir der böse CIA-Killer, der nicht nur den typischen Fiesling-Anstrich bekommen hat, sondern dessen Rolle im Laufe des Films auch ausgebaut wird und teilweise verletzliche Züge zeigt.

Mir hat R.E.D. – Älter, Härter, Besser wirklich sehr gut gefallen! Der Film war kurzweilig, fantastisch humorvoll, actionreich und ungewohnt erfrischend.  Meine Freunde bestätigten mir durch die Bank weg, dass der Film deutlich humorvoller als erwartet und wirklich gut war.

R.E.D. bekommt deshalb alle 10 Punkte von mir – mit Fingerabschlecken.

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