Filmkritik Tron Legacy

27. Januar 2011 | Von Matze | Kategorie: Super 8 & Vinyl

(c) vivito/pixelio, www.pixelio.de

… Der Mensch in der Maschine …

Bereits in den 80ern entführte der erste Tron-Film die Zuschauer in die digitale Computerwelt, in der Programme als Individuen existieren und darauf warten, vom User auf der anderen Seite genutzt zu werden. Damals war es Kevin Flynn, der das Abenteuer meisterte.

In Tron Legacy ist nun sein Sohn Sam dran: In der Anfangssequenz sitzt der kleine Sam im Bett und hört sich die spannenden Geschichten von seinem Vater über den sogenannten Raster an. Das ist sozusagen eine digitale Welt im Computer, in die sich der Mensch mit Hilfe eines Lasers „reinscannen“ kann. An diesem Abend fährt sein Vater noch einmal ins Büro – und verschwindet spurlos.

Etwa 20 Jahre später – Sam hat sich zu einem Draufgänger entwickelt, der versucht, die Ideale seines Vaters nachzuleben. Durch einen Anruf aus dem alten Büro seines Vaters findet er einen geheimen Raum, in dem sich ein großer Touch-Screen PC und ein Laser befinden. Mehr Ausversehen scannt sich Sam ein und landet so im Raster. Schnell findet er heraus, das dort nicht alles so läuft, wie es sollte.

Soviel erstmal zur Story. Insgesamt birgt die zwar nicht viele Überraschungen oder unvorhergesehene Wendungen. Trotzdem ist sie gut erzählt und wirkt zu keinem Zeitpunkt langweilig oder fade.

Noch bevor der Film startet, wird darauf hingewiesen, dass nicht alle Szenen in 3D gedreht worden sind. Das soll ein stilistisches Mittel sein… Naja – den Sinn habe ich nicht wirklich erkannt. Und es sind gar nicht mal so wenige Szenen nur in 2D gedreht. Aber sobald sich die Story auf den Raster verlagert, geht 3D richtig ab.

Optisch macht der Film eine ganze Menge her. Besonders toll sind natürlich die Motorräder, Autos und Fluggeräte, die sich durch einen tragbaren Code aus dem Nichts auseinanderfalten. Auch interessant gemacht sind die Programme, die „desintegriert“ werden. Die zerfallen aus ihrer menschlichen Form in viele kleine blau/ durchsichtig leuchtende Würfel und verschwinden dann im Nichts.

Durch die steril gehaltenen aber mit leuchtenden Elemente in den Farben Weiß, Blau, Gelb und Orange abgesetzten Szenerien lässt Tron Legacy durchdacht, überzeugend und überwältigend eine digitale Welt im Computer entstehen. Die Stimmung des Films wirkt zu keinem Zeitpunkt künstlich, deplatziert oder wie gewollt und nicht gekonnt.

Natürlich fehlen die typischen Spielszenen mit Diskus oder dem Motorrad nicht. Super finde ich auch, dass die Idee mit dem Motorradspiel zum Schluss auf die Fluggeräte übertragen worden ist. Tolle Szene, tolle Bilder, tolle Idee! Leider gibt es von diesen „actiongeladenen“ Szenen nicht ganz so viele. Aber die habe ich während des Films nicht wirklich vermisst.

Insgesamt ist Tron Legacy ein wirklich sehenswerter Film, der seine Zuschauer optisch und emotional fesselt. Auch die Länge von immerhin 125 Minuten tut der Sache keinen Abbruch. Tron Legacy bekommt deshalb 9 von 10 Punkten (etwas Humor hat mir halt für 10 von 10 gefehlt).

In diesem Sinne: Ende der Kommunikation.

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