Materie und Antimaterie

27. Mai 2010 | Von Matze | Kategorie: Aha-Effekt

(c) Freestyler/pixelio, www.pixelio.de

… Asymmetrie als Überlebensvoraussetzung …

Seit Anbeginn der Zeit existieren sie: Licht und Schatten, Raum und Zeit, Materie und Antimaterie. Während wir das eine immer sehen und als offensichtlich notieren, bleibt uns das andere verborgen. Wie wichtig das Materie-Antimaterieverhältnis wirklich ist, meinen jetzt Wissenschaftler im Fermilab (in Batavia, US-Bundesstaat Illinois) herausgefunden zu haben: Wenn Protonen und Antiprotonen kollidieren, zerstören sie sich gegenseitig. Dabei werden  Elektronen freigesetzt, deren Spins relativ zu einem äußeren Magnetfeld überwiegend in eine Richtung zeigen. Na – verstanden? Okay. Ich auch nicht. Also hab ich mal wieder die ganzen Begriffe wickidiert. Im Großen und Ganzen kannst Du dir das also so vorstellen:

Wenn der Onkel Dieter mit seinem Seat Marbella (Proton) mit Höchstgeschwindigkeit in den Daihatsu Core von Tante Karla (Antiproton) kachelt (Kollision), dann drehen (Spin) sich die nach allen Seiten auf die Straße klirrenden Bruchstücke (äußeres Magnetfeld) der Frontscheibe, des Chaussee und von Onkel Dieter und Tante Karla (Elementarteilchen/ Elektron) alle in dieselbe Richtung (Sensation).

Wer es sich noch einfacher vorstellen will: Klein-Bobby hat ein Spielzeugfeuerwehrwagen in der linken und ein Spielzeugpolizeiauto in der rechten Hand, knallt beides mit wachsender Begeisterung immer wieder zusammen und sagt “Bumm Bumm Bumm”. Na gut – ob die Wissenschaftler jetzt auch immer “Bumm” sagen weiß ich nicht – dafür machen die den ganzen Tag das, was überall auf der Welt tagtäglich im Straßenverkehr passiert: Unfälle bauen. Nur eben auf elementarer Ebene. Man könnte also sagen, dass die Ergebnisse von deren Forschungen im wahrsten Sinne des Wortes von elementarer Wichtigkeit sind.

Nette Geschichte – aber was hat das alles jetzt mit der Asymmetrie als Überlebensvoraussetzung zu tun? Nun ja – auch hier wird es wieder “ganz einfach”. Materie ist alles, was Masse hat und ein Volumen einnimmt. Antimaterie ist Materie, die aus Antiteilchen aufgebaut ist (kein Scherz – das ist die Definition). So: Was sind jetze schon wieder Antiteilchen (und jetzt wird´s lustig)? Das sind Elementarteilchen – also Quarks, Leptonen, Eichbosonen und das Higgs-Boson (wobei es auch noch theoretische Leptoquarks geben soll). Okay – soviel zum Exkurs. Wenn Dich das weiter interessiert, musst Du mal auf wissenschaftlichen Seiten suchen – in meiner “Innerhalb einer halben bis ganzen Stunde lesen, verstehen und einen Artikel draus basteln Zeit” musste ich hier abbrechen.

Zurück zum Thema. Letzten Endes sieht es also so aus, dass unser Universum von Materie beherrscht wird. Durch den Urknall ist also mehr Materie entstanden als Antimaterie – also mehr Ying als Yang. Das ist die Asymmetrie, die von den Wissenschaftlern gemeint ist. Und dass das so gut ist, haben die auch noch gleich erklärt, denn wenn Materie auf Antimaterie treffen würde, dann würd´s mal hübsch knallen und alles wäre im Arsch. Wir leben also alle nur deshalb, weil sich die Antimaterie verpisst hat. Wohin ist übrigens noch nicht raus.

Eins habe ich übrigens noch aus der ganzen Sache gelernt: Wissenschaftssprache ist richtig witzig. Bei denen würde das wohl nicht Leben und Tod heißen, sondern eher Leben und Antileben – oder Tod und Antitod (je nachdem, aus welcher Sicht man es wohl sehen will). Stell ich mir auch beim nächsten Zockabend gut vor: Hast Du Durst oder Antidurst? Sehr schön!

Ich hoffe, Du fandest den Artikel Antischlecht und Antilangweilig!

Tags: , , , ,

Schreibe einen Kommentar