Nordische Chroniken (I)

10. Juli 2010 | Von Matze | Kategorie: Bunte Kiste

(c) Matze

… Der Pfad der Geduld …

Diese Geschichte ist den wagemutigen Reisenden aus Midgard gewidmet. Sie erzählt von ihrem kühnen, schier endlosen Transit in den rauen Norden, ihren Erfahrungen und Abenteuern. Diese Legende hat sich genau so zugetragen und als einer der Überlebenden stehe ich nun in der ehrenhaften Pflicht, den Heldengesang zu beginnen, der die Jahrhunderte überdauern wird, um letztlich ewig zu werden.

Alles begann im Jahre des Herrn, anno domini 2010, in einer warmen Sommerwoche: Die Reise nach Norwegen – nicht mit dem Flugzeug oder dem Schiff. Auch nicht „per Anhalter durch Europa“. Sondern zunächst virtuell mit dem Navi. 1.666 km – oder anders gesagt: 23 Stunden – sollte die Reise dauern. Und damit war sofort klar: Den Fliegenschiss reißen wir ja wohl in einem Stück. Gesagt – gefahren. Ja, und was man nicht so alles auf der „Ich geh mal eben Zigaretten holen“-Strecke erleben kann…

Tatsächlich weniger als gedacht – zumindest bis Schweden. Von 02:00 Uhr bis etwa 10:00 Uhr war das Interessanteste an der Reise die schwedische Sprache gewesen. Aber wie bei allen Serien muss sich irgendwann ein roter Faden durch die Episoden ziehen. Und hier sah sich mein Auto genötigt, diesen Part zu übernehmen. Gegen 10:00 Uhr nun also schien sich selbst mein bereifter Gefährte zu langweilen und fing dann mit so witzigen Spielchen an, wie „Ich blinke Warnlampen, die niemand kennt“. Okay – zumindest die Betriebsanleitung wusste genau, was das nette kleine gelb leuchtende Lämpchen zu bedeuten hatte: Abgasleitung im Arsch. Werkstatt anfahren. Alles klar: Das Auto will mehr Zuwendung. Gut. Nur: Wo zum Geier (auch wenn´s in Schweden wohl keine gibt) kriege ich jetzt mitten auf der Autobahn mal eben eine Werkstatt her? Wer noch nicht in Schweden war, weiß auch nicht, dass Autobahn und Werkstatt dort wohl als zu verhinderndes Paradoxon gilt. However… Nach einer Stunde Suche und der Hilfe von einer Hand voll Personen mit schwedischem Fahnenschwur, war dann endlich die ersehnte Werkstatt in Sicht.

Endlich Hilfe! Nääääääät – falsch. Also erst mal hat uns der kundige Skoda-Händler zum VW-Autohaus weitergeschickt (geil – weil ich ja auch einen VW fahre…). Na gut. Also zu VW. Dort wartete auch schon ein äußerst entnervter und anscheinend von seinem großzügigen Einkommen bis in die Unerträglichkeit motivierter Mitarbeiter nur auf meinen Fabia. Nach kurzer „Wir machen da schon mal gar nix“-Ansage ließ er sich dann aber doch noch überreden, sich den Wagen zumindest anzusehen. Dummerweise hat der das wörtlich genommen. Fachliche Diagnose: Ja, der Motor läuft ja noch. Vielleicht leuchtet die Lampe ja einfach nur so auf. Dann können Sie Ihre Reise wohl noch zu Ende bringen (Schön: Es waren zu diesem Zeitpunkt ja auch nur noch läppische 1.000 km). DANKE VW!

Auf unserer Odyssee nach einer Werkstatt, die sich der offenbar übermenschlichen Aufgabe der Fehlererkennung und eventuellen Reparatur annehmen würde, hatten wir schnell erkannt, dass es in Schweden und hinterher auch in Norwegen wohl nicht sehr viele davon gibt. Und wenn doch mal ein möglicher Ort des Sieges gefunden worden war, der Gladiator der Mechanik den Ring betrat und den Kampf mit dem wackeren gelben Lämpchen aufgenommen hatte, bekamen nach der bitteren Niederlage die „3 Fragezeichen“ über den tief zu Boden geneigten Häuptern ihren Gastauftritt.

Trotzdem sind wir dann in später Nacht an unserem Zielort in Norwegen angekommen. Und eines ist glasklar: Die nächste Werkstatt ist unsere!

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3 Kommentare auf "Nordische Chroniken (I)"

  1. Badegast sagt:

    Nee,

    dein Stil gefällt mir immer noch nicht, sorry :-/. Mir geht das mit der Heldensage verlustig.

  2. Matze sagt:

    Na dann weiß ich ja schon, was Du von den zwei Kapiteln meines Buches halten wirst – die sind zwar nicht so salopp geschrieben, gehen aber trotzdem nicht in die typische “Buchschreiber-Richtung” ;-)

  3. Badegast sagt:

    Kommentar folgt in persona ;-)

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