Filmkritik Prince of Persia

21. Mai 2010 | Von Matze | Kategorie: Super 8 & Vinyl

(c) vivito/pixelio, www.pixelio.de

… The Sands of Time …

Wer kennt noch das gute alte Prince of Persia-Daddel-Spiel? Mal die Hand heben. Genau das ist jetzt verfilmt worden. Gestern Abend hab ich mir den Streifen angesehen und bin jetzt ein wenig geteilter Meinung: Im Großen und Ganzen ist PoP ein gut anzusehender, sich leicht aus der Masse heraushebender, Film mit dem klassischen Action-Comedy-Abenteuer-Rezept und einem Schuss modernem Märchen.

Keine Angst: Max und Moritz tauchen da nicht auf und es wird auch niemand gehänselt oder gegretelt. Allerdings findest Du Elemente aus “Assasin´s Creed”, “Indiana Jones”  und “Die Mumie” wieder.

Warum bin ich geteilter Meinung?

Schauen wir uns mal den jungen Prinzen an, der eigentlich keiner ist. Dastan kommt nämlich aus der Gosse und wird nur zum PoP, weil er sich gegen Soldaten des Königs aufgelehnt hat, die ein Kind töten wollen. Das stand nämlich dummer Weise im Weg und machte damit das Pferd eines Soldaten nervös. Klar – Natürlich scheut das kampferfahrene Pferd eines kampferprobten Soldaten, wenn ein kleiner Junge im Weg steht. Aber gut. Nehmen wir das mal so hin. Dann kommt also unser junger Dastan und macht mal eben mit seinen akrobatischen Einlagen alle Soldaten lächerlich. Und schwupps: Schon befindet ihn der König nicht nur für “gut” sondern auch für “im Herzen groß” (muss ein echt weiser König gewesen sein. Normaler Weise waren die doch immer angepisst, wenn jemand ihr Heer bloßgestellt hatte). Aber gut – nehmen wir auch das mal hin…

Kommen wir jetzt zu dem mit Sand gefüllten Dolch, der einem Zeitreisen in die Vergangenheit ermöglicht. Hier kommt schon die nächste unlogische Stelle: Wenn das Ding wirklich so wahnsinnig wertvoll ist, warum reitet dann ein einzelner Soldat mit dem Gerät mitten durch die Stadt, die gerade von den Feinden erobert wird? Naja gut – früher gab´s noch keine U-Bahn-Tunnel… Trotzdem unlogisch.

Und auch das Brötchenmesser selbst ist unlogisch. Denn wenn der auslaufende Sand die verstreichende Zeit symbolisieren soll, warum reist man dann nicht in die Zukunft? Müsste man nicht eigentlich Sand einfüllen, um in die Vergangenheit zu kommen? Und wenn der Sand ausgelaufen ist, muss nachgetankt werden (das Ding  hatte sozusagen den ersten Verbrennungsmotor aller Zeiten integriert). Und warum geht einem der Sand überhaupt aus? Ich meine: Wenn sich “The Artist formaly known as Prince of Persia” in eine Zeit zurückversetzt, bevor er den Dolch benutzt hatte, dann müsste der Sand doch noch (oder wieder) drin sein, oder? Schließlich hat er das Messer ja nicht mit in die Vergangenheit genommen (achte mal drauf – der Dolch  steckt dann immer schick unbenutzt im Gürtel).

Und wo kommt dieser blöde Säbel überhaupt her? Wer hat das Ding zu welchem Zweck gemacht? Ich meine – wozu der Brotauftstrichverteiler zum Schluss des Films genutzt wird, war sicherlich nicht im Sinne des Erfinders. Normaler Weise wird in jedem Film das Geheimnis gelüftet. Hier leider nicht – hier wird der Dolch zum Finale leider unnötiger Weise zur Nebensache degradiert.

So, genug der negativen Argumente. Jetzt das Gute an dem Film!

Von Anfang an ist der Film rasant unterwegs – die Vorgeschichte wird kurz, knackig, humorvoll und gut erklärt. Die Kameraführung ist top und PoP bringt die Atmosphäre des alten Persiens hautnah rüber. Dastan´s Kampf- und Kletterstil sieht echt cool aus und ist an “Parkour” angelehnt. Die Kampfszenen insgesamt sind wirklich gut gelungen und auch die Abschnitte des Films, in denen gerade mal keine Action stattfindet, lassen dank der Situationskomik und der Dialoge keine Langeweile aufkommen. Die Bilder sind fantastisch und laden zum sich darin verlieren ein.

Letztlich hat die bildgewaltige und mitreißende Stimmung des Films die unlogischen Stellen in der Handlung mehr als wett gemacht. Trotzdem habe ich auch ein- oder zweimal auf die Uhr geschaut.

Insgesamt vergebe ich 7,1 von 10 “Hui”-Punkten (und damit gerade noch ein “Gut”) für Prince of Persia – The Sands of Time.

Tags: , , , ,

Schreibe einen Kommentar