Probleme mit dem Telefonanschluss bei Rosantje

28. Dezember 2011 | Von Matze | Kategorie: Bunte Kiste, Krass!

(c) Torsten Born / pixelio.de

… Oder aber: Der Kunde als behaartes Furunkel …

Alles begann vor etwa 9 Monaten. Nein – keine Babyproduktion, aber der Hausbau stand an. Und natürlich muss dabei auch an die Telekommunikationsleitungen gedacht werden. Also ab zum Unternehmen mit dem rosa Logo, das leider als einziges solche Leitungen verlegen darf.

Im Laden erklärte die uniformierte und äußerst engagierte Mitarbeiterin, dafür nicht zuständig zu sein. Freundlicher Weise bekamen wir aber einen Flyer vom sogenannten Bauherrenservice ausgehändigt und wurden wieder in die Freiheit entlassen. Im folgenden Telefonat habe ich dann darauf gewartet, dass mir jemand sagt, ich sei bei “Pranked” oder “Verstehen Sie Spaß” gelandet. Denn während des Gespräches musste ich mich beim Sachbearbeiter dafür entschuldigen, den Auftrag zur Leitungsverlegung erst 3 Monate (!) vor Fertigstellung des Rohbaues erteilt zu haben. Normalerweise würde das angeblich etwa 6 Monate im Eilverfahren dauern.

Glücklicher Weise machte Rosantje bei uns wohl eine Ausnahme, denn die Leitungen sind tatsächlich rechtzeitig und termingerecht verlegt worden. Meine Euphorie wollte kein Ende nehmen – aber das tat sie dann doch. Nämlich genau in der Sekunde, als mir der nette Herr vom Bauherrenservice dann erklärte, dass die Leitung erst nach Begleichung der Rechnung freigeschaltet werden würde und eben diese noch nicht beglichen sei. Auf meine Entgegnung, noch keine Rechnung erhalten zu haben, bestätigte das mein Handy-Gegenüber und erklärte, die würde auch erst so ca. in 6 Monaten erstellt werden.

Nach ziemlich langem Hin und Her bekam ich dann endlich die Rechnung zugeschickt und bezahlte sofort. Leider war damit die Leitung noch immer nicht freigeschaltet. Denn wie uns ein netter Mensch des Bauherrenservices erklärte, würde eine Freischaltung erst erfolgen, wenn ich einen Vertrag mit den rosa Punkten abschließe – und die haben das auch echt so durchgezogen. Nachdem ich ein anderes Unternehmen beauftragt hatte, erklärte mir dieses nach einigen Wochen, dass die Leitung von der – bislang in diesem Beitrag nur selten erwähnten – Rosantje nicht freigegeben werden würde.

Und jetzt wird es witzig: Ich schloss also gezwungender Maßen einen Vertrag bei Rosa ab und brauchte keine Woche zu warten, bis mir ein Schalttermin mitgeteilt wurde. Leider hatte sich Rosantje wohl gedacht: “Ach scheiß auf Terminvereinbarungen” und ist einfach mal statt wie angekündigt um 16:00 Uhr, um 12:00 Uhr an einem Dienstag aufgetaucht. Und – oh Wunder – natürlich war niemand da (außer dem Typen, der ja die Leitung freischalten sollte). Und weil die rosa Punkte sowas nicht mögen, haben die mir für ihren kleinen Betriebsausflug knapp 50,00 € Fahrtpauschale in Rechnung gestellt.

Zunächst bin ich in den Rosantje-Laden vor Ort gepilgert und hab mich mal schlau gemacht – war aber dummer Weise umsonst. Denn wie schon beim letzten Mal sagte mir Frau Uniform nicht zuständig zu sein. Und da fängt man dann doch an, an sich zu zweifeln: Bin ich in das falsche Geschäft gegangen? Stehe ich in Wirklichkeit beim Fleischer an der Theke? Darf ich als Kunde denn nichts anderes tun als Rechnungen bezahlen? War es jetzt ungehörig, mit einer Frage bei den rosa Punkten aufzuschlagen?

Wie auch immer: Auf den ziemlich ausführlich begründeten und mit Nachweisen gespickten Rechnungswiderspruch habe ich als Rückmeldung eine Mahnung mit Androhung der kostenpflichtigen Abschaltung der Leitung und Schufa-Eintrag erhalten. Auf telefonische Nachfrage ist mir dann mitgeteilt worden, dass mein Widerspruch gegen die Rechnung nicht eingegangen sei. Auf meine Erklärung, mir liegt ein qualifiziertes Faxprotokoll sowie ein Rückschein der Eingabe vor, wurde ich gebeten sachlich zu bleiben. Gut – also habe ich alles nochmal hingefaxt, zusammen mit einem weiteren Anschreiben. Meiner Ehefrau erklärte darauf hin die Rechnungsstelle, dass mein erstes Fax doch schon eingegangen sei und die Bearbeitung noch andauere.

Zwischenzeitlich habe ich bei Rosantje wieder gekündigt. Aber auch das war gar nicht mal so einfach: Meine erste Kündigung ist nicht anerkannt worden. Begründung: Die Adresse, die ich im Kündigungsschreiben angegeben habe, existiert nicht. Also kann ich da nicht wohnen. Also kann ich keine Kündigung für eine Adresse aussprechen, die es nicht gibt. Genau – und ich bin auch nur eine Halluzination einer sich selbst reinkarnierenden Kuh aus Vallidat. Ey Leute: Ich weiß doch wohl, wo ich wohne – ich finde da auch immer wieder hin – ehrlich! Und meine Frau ist auch da. Und da sich die Nachbarn bislang auch noch nicht beschwert haben, dass ich auf freiem Feld kampiere, gehe ich mal davon aus, auch nicht bekloppt zu sein.

Wenigstens haben die dann wohl eingesehen, dass ich schon weiß, wo ich wohne. Die Kündigung ist bestätigt. Aber leider habe ich bis heute keine Antwort, ob sich die Rechnung/ Mahnung endlich geklärt hat. Und so muss ich zwischen Weihnachten und Neujahr mit der Ungewissheit leben, vielleicht wieder ins finstere Kommunikationsmittelalter zurückgeworfen zu werden.

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2 Kommentare auf "Probleme mit dem Telefonanschluss bei Rosantje"

  1. Matze sagt:

    Kleiner Nachtrag von Matze:
    Nachdem ich am 28.12. meinen Artikel verfasst hatte, ist tatsächlich etwas passiert: Ich habe für den Monat Januar 2012 die Rechnung für die Grundgebühr erhalten. Ungläubig zauberte ich mein Kündigungsschreiben sowie die entsprechende Kündigungsbestätigung vom 06.12.2011 hervor, studierte beides eingehend und begann zu resignieren: Na toll – schon wieder einen Widerspruch schreiben, wieder eine Mahnung bekommen, weil der Widerspruch zwar bearbeitet wird aber das der Mahnungsstelle egal ist, noch einen Brief schreiben… Ich sah mich schon mit langem weißen Bart an meinem Notebook sitzen und wie Sisyphus immer wieder auf´s Neue versuchen, mein Anliegen einen riesigen rosa Berg hoch zu schaffen.

    Zum Glück hatte sich an der Hotline ein freundlicher Rosantje-Mitarbeiter verirrt. Zunächst erklärte der, dass die Kündigung bekannt und im System hinterlegt sei. Schön – aber warum bekomme ich dann eine Rechnung, wenn ich gar kein Kunde mehr bin?!
    Auf jeden Fall gab er an, die Rechnung für Januar 2012 storniert zu haben. Nach seinen Angaben käme aber Ende Januar eine Abschlussrechnung. Bin mal gespannt, was da so abgerechnet wird…

  2. Tobias sagt:

    Eine Unverschätheit was die da abziehen. Kin Wunder dss viele zur Konkurrenz gehen. Allein die Tatsache, dass sie an deiner Adresse den Anschluss freischalten, deine Adrese aber dann nicht mehr kennen wollen. Mafiamethoden…

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