Tag der Niedersachsen

23. Juni 2010 | Von Matze | Kategorie: Aha-Effekt

(c) Jürgen Mala/pixelio, www.pixelio.de

… Feiern in Celle …

So hieß es von Freitag bis Sonntag (18.06. – 20.06.). Lange Zeit war er in aller Munde. Von der Stadt Celle minutiös geplant lief alles auf das große ausgelassene Fest in der geschichtsträchtigen und verträumten Celler Altstadt, dem Schlossgarten, französischen Garten und dem Thaerplatz hinaus. Und genau diese Bereiche waren bereits eine Woche vorher für den Verkehr gesperrt worden.

Da kam es der Stadt Celle sehr zu Gute, dass sie mittlerweile schon zum zweiten Mal den Tag der Niedersachsen ausrichten konnte. Das erste Mal war das erste Mal – blöder Satz – und trotzdem passt er. 1981 war der Tag der Niedersachsen zum ersten Mal gefeiert worden – und zwar in Celle. Insofern war es für die Celler sozusagen ein Heimspiel.

Der Tag der Niedersachsen war seinerzeit als kulturelles Landesfest eingeführt worden, um die Landeszugehörigkeit zu festigen und das Zusammengehörigkeitsgefühl der Niedersachsen zu fördern.

Genau deshalb konnte man in Celle nicht nur die unzähligen Bier- und Bratwurstbuden und mehrere Bühnen bekannter Radiosender besuchen, sondern auch eine Vielzahl von Ständen bestaunen – teilweise informativ, teilweise aber auch interaktiv.

Keine Angst – ich werde jetzt nicht Bühne für Bühne hier aufführen und meine persönliche Sicht zum Besten bringen. Ich will mich mal nicht mit “Kleinigkeiten” aufhalten, sondern vielmehr auf die Stimmung eingehen. Die war nämlich klasse. Okay – wer das jetzt mit Wacken vergleichen will: Vergesst es! Aber das ist halt auch ein anderes Publikum und ein anderer Anlass. Der 30. Tag der Niedersachsen hatte eine ausgelassene, fröhliche Grundstimmung und konnte tatsächlich eine Art Verbindung zwischen den unterschiedlichen Besuchern des Festes schaffen. Auch die Größe und Vielfalt der Angebote waren beeindruckend.

Ich für meinen Teil habe den Tag der Niedersachsen mit einem Michael Jackson Revival der Rocktail-Band beendet. Alles in allem: Wirklich gelungen!

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Ein Kommentar auf "Tag der Niedersachsen"

  1. Tobias sagt:

    Ein Hoch auf unsere Gesellschaft in der es nicht mehr peinlich zu sein scheint, sich in aller Öffentlichkeit komplett zu entblöden. Ein Nachruf auf die deutsche Bildung.

    Es begab sich zum Tag der Niedersachsen, anno 2010. Der traditionelle Trachtenumzug steht an und ich stehe, inmitten hunderter rüstiger Mitniedersachsen die alle doppelt so alt waren wie ich, in freudiger Erwartung an der Strecke des Umzuges Nahe der Bühne an der sich letztendlich die niedersächsische Politprominenz zum Schluss versammeln sollte.

    Nach etwa 30 vorbeiziehenden Gruppen begann der Kommentar mit einer Aussage wie „Sooo, also, ich soll jetzt hier den Umzug kommentieren, aber irgendwie ist meine Moderationsmappe verloren gegangen. Aber das macht ja nichts, oder? Ich werde hier einfach improvisieren.“

    Und improvisieren tat er…..Was am Ballermann für eine Horde Mittzwanziger kurz vor der Alkoholvergiftung als ansprechende Animation vorgekommen wäre wurde uns als Kommentar zum Umzug dargebracht. Sätze wie: “Soooo, da kommt die Trachtengruppe aus …! Weiß jemand wo das liegt? Ich auch nicht. Kann mir das jemand sagen? Wir improvisieren ja hier, aber das macht ja nichts.“ blieben nicht nur mir sauer im Halse stecken.

    Außerdem ist es mir schleierhaft, wie es der gute Mann schaffte in jeden seiner Sätze die Formulierung „Party machen“ einzubauen. Eine syntaktische Meisterleistung!

    Letztendlich war es ein unglaubliches Armutszeugnis der Moderation. Wie jemand sein eigenes Unwissen gegenüber dem Dargebotenen sowie seine Ignoranz gegenüber niedersächsischen Gemeinden vor Publikum so unreflektiert abfeiern kann ist mir schleierhaft.

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