Unabhängig?

24. Juni 2010 | Von Matze | Kategorie: Der gelbe Bus

(c) Stephanie Hofschlaeger/pixelio, www.pixelio.de

… Sender oder Empfänger? …

Das ist die Kernfrage. Ein Sender beeinflusst; ein Empfänger wird beeinflusst… Aber eins nach dem anderen.

Natürlich geht es hier nicht um irgendwelche Drogen, Alkohol oder wirtschaftlichen Verhältnisse. Es geht um etwas viel wichtigeres: Bin ich glücklich? Wow! Schon die dritte Frage – und dabei sind die ersten noch nicht einmal beantwortet.

Okay: Räumen wir das Feld mal von hinten auf: Bin ich glücklich? Diese Frage stelle ich mir mehrmals am Tag. Schließlich ist Glück kein Zustand der räumlichen oder zeitlichen Unendlichkeit (komisch: Da fällt mir doch glatt der unendliche Unwahrscheinlichkeitsdrive von „Per Anhalter durch die Galaxis“ ein). Aber warum bin ich nicht einfach glücklich und bleibe dann schlicht und ergreifend so? Warum ändert sich mein Gemütszustand andauernd? Ganz einfach: Weil sich auch die äußeren Umstände andauernd ändern: Ärger auf der Arbeit/ im Studium/ in der Schule, Ärger mit der Kollegin oder dem Kollegen, Ärger in der Nachbarschaft, Ärger mit einer Behörde, … Und selbst, wenn ich gerade keinen Ärger habe: Vielleicht habe ich heute nicht im Lotto gewonnen, vielleicht habe ich meine Lieblingsserie verpasst oder habe bei Bayonetta zum x-ten Mal gegen Iustizia verkackt.

Und schon sind wir auf der Road to Richtig: Warum bin ich also nicht andauernd glücklich? Weil die sich stets ändernden äußeren Einflüsse „auf Sendung sind“ – und ich sie „empfange“. Empfänger werden beeinflusst. Ob ich es nun will oder nicht: Sobald ich zum Empfänger mutiere,  verändert sich meine Stimmung je nachdem, was mir gerade „eingesendert“ wird. Wenn ich mich also durch mein Umfeld definiere, dann habe ich schon mal ganz schlechte Karten. Irgendwem wird es immer schlecht gehen, irgendwer hat immer Ärger, irgendwer ist immer krank oder hat Sorgen. Ich habe also gar keine Chance, glücklich zu sein oder zu werden.

Nur, wenn ich in mir selbst genügend gefestigt bin, dass mir diese äußeren Einflüsse nichts mehr anhaben können – und das ich mich auch nicht dadurch definiere, kann ich unabhängig von meinem Umfeld Glück erleben und sogar weitergeben. Und wie bekomme ich das hin? Nun ja – erstmal sollte ich mich selber so mögen, wie ich bin und meinen Wert nicht daran messen, ob andere Menschen für mich in Gold bezahlen würden.

Sender sein zum Gemeinwohl und Eigennutz: Ja ja – tolles Konzept! Und es geht sogar auf. Denn wenn ich gute Laune habe, dann kann ich die auch ausstrahlen. Ein Sender beeinflusst. Vielleicht zu einem Lächeln, vielleicht zu einer entspannten Haltung, vielleicht zum Wohlfühlen? Vielleicht sogar zum glücklich sein? Und wenn das funktioniert, kann ich ja auch wieder ein wenig Empfänger werden. Denn dann bekomme ich eine Ladung Glück wieder zurück. Und plötzlich habe ich doppelt Glück (sozusagen zum auf beiden Beinen stehen). Da bekommt das Wort „Glücksspirale“ doch gleich eine ganz neue Bedeutung.

Wenn ich diese Gradwanderung hinbekomme, im richtigen Moment Sender und im richtigen Moment Empfänger bin, dann werde ich glücklich – unabhängig von meinem Umfeld.

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