Warhammer Fantasy in der 8. Edition als Tabletop

23. Oktober 2010 | Von Matze | Kategorie: Bunte Kiste, Games

(c) T. Schreiber

… Mit Würfel, Maßband und Magie …

Erstmal vorab: Als offensichtlich Weltfremder hab ich von Warhammer zum ersten Mal etwas gehört, als ich zu einer Tabletop-Session eingeladen worden war. Das ist jetzt etwa ein halbes Jahr her. Letzte Woche kam dann die Fantasyvariante in der 8.Edition dran. Warum schreibe ich das jetzt? Weil ich kein typischer Warhammer-Anhänger bin und Tabletop vorher auch nicht kannte. Insofern dreht sich dieser Artikel mehr um meine Erfahrungen, die ich bei dem Spiel gesammelt habe.

Zunächst einmal finde ich Tabletop richtig gut, weil es (fast) genauso schick zu spielen ist wie die typischen PC-Games. Allerdings kann ich hier die Miniaturen anfassen, anschauen, kann das „Setting“ bewundern und den Gesamteindruck des aufgebauten Spiels auf mich wirken lassen. Wie ich dann erfahren habe, sind die vielen bunten phantasie- und detailreichen Figuren handbemalt – also nicht so zu kaufen, wie ich so vor mir stehen sah (wahrscheinlich kann ich mich glücklich schätzen, mit Unikaten gespielt zu haben).

Dann ging´s an´s Armee aufbauen: Welche Armee darf es bitte sein? Die Auswahl stellte sich für mich ein wenig wie die Speisekarte in einem Restaurant dar – keine Ahnung von der Qualität der Bestellung, aber von der Hoffnung beseelt, dass es gut werden wird. Schnell war also klar, dass sich meine Hochelfen mit den Echsenmenschen meines Freundes prügeln dürfen (auch, wenn ich mir da dann noch nichts drunter vorstellen konnte). Aber keine Zeit zum Sinnieren: 2000 Punkte waren zu vergeben. Also fix Armee ausstaffieren! Hört sich erstmal gar nicht so schwer an, ist es aber. Denn in einem dicken Buch, das mein Freund so ein wenig wie die Erstausgabe der gedruckten Bibel hütet, wird über etwa 7 Seiten aufgeführt, was es alles so bei den Hochelfen für Einheiten gibt, was die können, wie man die pimpt, wie viel Punkte die kosten und wie viele davon mindestens „eingekauft“ werden müssen. Zum Glück stand das alles in einem Exposé neben jeder Einheit mit so netten Abkürzungen wie zum Beispiel „I“. Also dachte ich mir: „Alles klar – nimm Dir ´n paar von der Kavallerie und den Rest verpulverste mit irgendwas, was teuer ist“ (frei nach dem Motto: teuer = gut).

Endlich konnten die geshoppten Armeen auf der nachgebildete Ebene positioniert werden – und so blickten eine Infanteriearmee mit dicken Blöcken an Weißen Löwen und Schwertmeistern, ein Prinz auf seinem Greif, ein Löwenstreitwagen und ein kleiner Bannmagier voller Kampfeslust in die Augen eines Slann Magierpriester, eines Skinkhelds mit Jagdspeer auf dem ehrwürdigen Stegadon sowie einer  30er Saurushorde und sehr viel mobilem Beschuss.

Und dann ging´s los: Regeln, Regeln, Regeln – und zur Abwechslung: Regeln… Irgendwann hab ich mein Trommelfell auf Mute und das  Maßband auf Maximum gestellt,  drauf los gewürfelt, was das Zeug hält und gehofft, dass alles gut wird. Schnell erkannte ich, dass es bei Warhammer Fantasy als Tabletop zwar auch auf Strategie und die Aufstellung der Armee ankommt, dank der ganzen Würfellage aber dem Faktor Glück eine epische Rolle zugesprochen wird. Und so verreckten unsere beiden „Mega-Bollwerke“ gegen Einheiten, die eigentlich nur als bessere Zielscheiben dienen sollten. Letztlich haben meine Hochelfen tierisch auf den Sack bekommen – was nicht zuletzt daran lag, dass meine Bannmagierin suizidal angehaucht war und beim Zaubern fast immer eine Explosion fabriziert hatte, die mindestens 5 meiner Figuren – wie drücke ich es mal passend aus? – gleichmäßig über das gesamte Spielfeld verteilte (fast so, wie das Bestreichen einer Stulle mit Butter).

Mein abschließendes Fazit: Obwohl ich das gesamte Spieluniversum um Warhammer überhaupt nicht kenne, kein bissl Hintergrund habe und die ganzen Regeln nur aus mehreren Büchern vorgelesen bekommen habe, ist das Tabletop-Spiel wirklich gelungen und eine willkommene Abwechslung. Es macht sehr viel Spaß, Einheiten real bewegen zu können und nicht nur durch einen Mausklick. Auch habe ich mich durch das Würfeln – und eben auch durch das Einheiten aufstellen und verschieben – deutlich stärker in das Spiel mit einbezogen gefühlt. Leider fehlte mir wegen der ganzen zu beachtenden Regeln die Rasanz an dem Spiel und so schön der Glücksfaktor Würfel auch sein mag – es ist echt nervig, dass genau der die Strategie so ein wenig ad absurdum führt.

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4 Kommentare auf "Warhammer Fantasy in der 8. Edition als Tabletop"

  1. Badegast sagt:

    Sehr schöner Artikel. Bisher dein bester, möchte ich meinen :-)

  2. Warhammerkumpel sagt:

    Oh ja, das war eine coole Partie.

    Stufe 1 Magierin legt im Spiel 3 Zauberpatzer hin in denen sie 7 Weiße Löwen ins Nirvana sprengt und sich auf Stufe 0 runterlevelt. Großartig. Dass mein dicker Zauberfrosch in 6 Spielzügen mit locker an 15 gecasteten Sprüchen kein einziges Mal unter der Komplexität war und nie patzte streut da noch mehr Salz in die Wunde :-D .

    Muss zugeben dass die Hochelfenarmee wunderschön, aber gegenüber meinen Echsen leider zu nett war. Davon mal abgesehen haben sie die Elfen super geschlagen und dank Erstschalg und höherer Ini ordentlich im Nahkamp ausgeteit. Krass wie ein ehrwürdiges Stegadon samt Skinkchief mit Jagsspeer von Schwertmeistern zerfräst werden kann. ^^

    Mein Fazit nach meinem ersten Spiel in der 8 Edition:

    Slann-Magierpreister sind dank ihrer Stufe 4, dem guten Schutz vor Patzern und der großen Spruchauswahl eine Macht-

    Hochelfen teilen im Nahkampf durch oben erwähnte Sonderregel undheimlich toll aus. Das war eine Wonne denen zuzusehen wie sie alles zerhacktsückten was in den Nahkampf kam.

    Alles abmessen können und Charges mit Wüfeln gibt mir als langjährigem Veteran ein komisches,anderes Spielgefühl. Es ist einsteigerfreundlicher, sicher! Aber, wie im Artikel schon vermerkt, bekommt Warhammer so leider einen dicken “Glücksspiel”-anstrich den es eigentlich gar nicht haben muss.

    Viele Regeländerungen der neuen Edition finde ich richtig klasse. Es erwärmt das Herz (fast) jeden Tabletopspielers bei Warhammer Infanterie wieder in die Schlacht führen zu können ohne sie ZUR SchlachtBANK führen zu müssen. Gerade die Infanterieblöcke geben, zumindest mir, ein Armeegefühl. Aber wie sich Ängerungen wie steadfast, die neuen Angstregeln, und besagtes Fehlen sämtliches Schätzens auf den Spielspaß auswirken werden wird sich zeigen müssen.

  3. Matze sagt:

    @ Badegast: Muchos gracias :-)

    @ Warhammerkumpel: Beim nächsten Mal treten die Untoten gegen die Republik an! Dann kann ich wenigstens die Moraltests nicht mehr verkacken ;-)

  4. Warhammerkumpel sagt:

    “Imperium” nicht Republik. Muss man nicht unnötig kleiner machen *g*.

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